Balkonkraftwerk maximale Leistung: wie viel Strom wirklich möglich ist
Wer ein Balkonkraftwerk plant, landet schnell bei denselben Fragen. Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk überhaupt haben? Welche Leistung ist erlaubt, wie viel Strom lässt sich damit tatsächlich erzeugen und was bedeutet das im Alltag oder über ein ganzes Jahr gerechnet? Dazu kommt oft Unsicherheit, ob die häufig genannten 800 Watt wirklich dauerhaft anliegen und wie groß der Unterschied zwischen theoretischer Leistung und echtem Ertrag ist.
In diesem Beitrag geben wir Ihnen eine klare Einordnung. Wir erklären die aktuellen Regelungen in Deutschland zur maximalen Leistung eines Balkonkraftwerks und zeigen anhand praxisnaher Richtwerte, welche Strommengen im Alltag und übers Jahr erreichbar sind. So können Sie einschätzen, was zu Ihrem Balkon und zu Ihrem Verbrauch passt.
Balkonkraftwerk-Leistung im Überblick: Modulleistung, Einspeiseleistung und Ertrag
Wenn von der Leistung eines Balkonkraftwerks die Rede ist, stecken dahinter meist drei verschiedene Ebenen. Wer sie auseinanderhält, versteht schnell, warum Herstellerangaben, gesetzliche Grenzen und der echte Ertrag oft nicht deckungsgleich sind.
Modulleistung in Watt: Auf jedem Solarmodul steht eine Wattzahl. Sie beschreibt, was das Modul unter genormten Bedingungen maximal liefern kann. Zwei Module mit je 430 Watt ergeben rechnerisch 860 Watt Modulleistung. Diese Zahl sagt aber noch nicht, wie viel davon im Haushalt ankommt, weil der Wechselrichter die Abgabe ins Hausnetz regelt.
Einspeiseleistung: In Deutschland zählt vor allem, wie viel Leistung Ihr Balkonkraftwerk über den Wechselrichter ins Hausnetz abgeben darf. Das ist die sogenannte Einspeiseleistung. Aktuell liegt die Grenze bei 800 Watt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung:
Modulleistung: Summe der Wattzahlen auf den Modulen
Einspeiseleistung: Leistung, die der Wechselrichter tatsächlich ins Hausnetz einspeist.
Was im Alltag ankommt: Selbst wenn die Technik passt, erreicht ein Balkonkraftwerk seine maximale Leistung nicht dauerhaft. Licht und Sonne verändern sich über den Tag, und auch die Ausrichtung oder Verschattung beeinflussen den Ertrag deutlich. Ein Balkon mit Ostlage liefert morgens oft früher Strom, während eine Westausrichtung eher am Nachmittag stärker wird.
Wie viel Watt bei einem Balkonkraftwerk erlaubt sind: aktuelle Grenzen in Deutschland
Mit dem Solarpaket I haben sich 2025 die Balkonkraftwerk-Regelungen spürbar verändert, vor allem bei der zulässigen Leistung. Wenn Sie wissen möchten, wieviel Watt bei einem Balkonkraftwerk erlaubt sind, sollten Sie zwei Werte auseinanderhalten: die erlaubte Einspeiseleistung des Wechselrichters und die installierte Modulleistung.
Erlaubte Einspeiseleistung: Ein Balkonkraftwerk darf in Deutschland seit Mai 2024 mit bis zu 800 Watt ins eigene Netz einspeisen. Entscheidend ist dabei die Wechselrichterleistung, also die maximale Einspeiseleistung, die am Stecker ankommt.
Maximal zulässige Modulleistung: Für steckerfertige Anlagen gilt außerdem, dass die installierte Modulleistung bis 2000 Watt pro Zähler beziehungsweise Anschluss betragen kann. Deshalb werden Systeme oft mit mehreren Modulen angeboten, obwohl der Wechselrichter die Einspeisung auf 800 Watt begrenzt.
Was bedeutet das konkret für Ihre Anlage
Damit Sie die erlaubte Leistung eines Balkonkraftwerks richtig einordnen können, hilft diese Faustregel: Die Modulleistung darf höher sein, damit auch bei weniger Sonne und diffusem Licht noch gut Strom erzeugt wird. So bleibt die Anlage innerhalb der erlaubten Grenze und liefert auch bei weniger Sonne noch spürbar Energie.
Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk am Tag erzeugt und warum die Leistung schwankt
Die maximale Leistung eines Balkonkraftwerks wirkt auf dem Papier eindeutig. In der Realität schwankt die Leistung über den Tag, auch wenn Anlage und Installation stimmen. Das liegt vor allem daran, dass Solarmodule keine konstante Leistung liefern. Sie erzeugen Strom aus Licht, und dieses Licht verändert sich laufend. Direkte Sonne bringt deutlich mehr Energie als ein bedeckter Himmel. Morgens und abends fällt das Licht flacher ein, dann sinkt die Leistung sichtbar. Schon leichte Verschattung am Balkon, etwa durch Geländer, Laub oder Nachbarbauten, kann den Ertrag zusätzlich reduzieren.
Auch die Ausrichtung beeinflusst, wann Strom entsteht. Ein Balkon mit Ostlage liefert oft früher Energie, Westlagen eher später am Tag. Das kann gut zu Ihrem Verbrauch passen, wenn der Solarstrom zu den Zeiten entsteht, in denen Geräte laufen. Hinzu kommt der Wechselrichter: Selbst wenn die Module kurzfristig mehr könnten, begrenzt er die Einspeiseleistung, damit die erlaubte Grenze eingehalten wird. Bei starkem Sonnenschein deckelt er deshalb bei 800 Watt, wenn die Anlage darauf ausgelegt ist. Das fällt besonders dann auf, wenn die Modulleistung deutlich über der Wechselrichterleistung liegt.
Die Frage, wie viel Strom ein Balkonkraftwerk am Tag erzeugt, lässt daher sich nicht auf einen klaren Wert festlegen. Richtwerte helfen aber, den Nutzen realistisch einzuordnen. Bei einer Anlage mit 800 Watt Einspeiseleistung liegen typische Größenordnungen häufig in diesen Bereichen:
Sommer, sonnig: oft etwa 3 bis 5 kWh pro Tag
Übergangszeit, wechselhaft: häufig 1 bis 3 kWh pro Tag
Winter, wenig Sonne: teils unter 1 kWh pro Tag
Damit wird auch klar, warum die Frage „Wieviel Watt liefert ein Balkonkraftwerk ?“ im Alltag nur begrenzt weiterhilft.
Entscheidend ist die Strommenge, die über den Tag zusammenkommt und wie gut sie zu Ihrem Verbrauch passt. Wenn tagsüber Grundverbrauch läuft, bleibt ein größerer Teil des Solarstroms im eigenen Netz.
Jahresleistung eines Balkonkraftwerks: was aus den Tageswerten übers Jahr wird
Aus den Tageswerten lässt sich gut ableiten, wie sich die Jahresleistung eines Balkonkraftwerks in der Praxis entwickelt. Weil Sommermonate deutlich mehr Strom liefern als der Winter, ergibt sich übers Jahr kein gleichmäßiger Durchschnitt, sondern eine klare Saisonkurve. Für eine Anlage mit 800 Watt Einspeiseleistung liegen realistische Größenordnungen in Deutschland häufig bei rund 550 bis 790 kWh pro Jahr, wenn Ausrichtung und Montage passen und keine starke Verschattung vorliegt.
Damit können Sie den Nutzen schnell auf Ihren Haushalt übertragen: Wenn Sie über das Jahr verteilt regelmäßig Tagesverbrauch haben, kann ein großer Teil dieser Energie im eigenen Netz bleiben. Je besser Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenpassen, desto höher fällt der Anteil aus, der direkt Ihren Strombezug senkt.
Maximale Leistung des Balkonkraftwerks sinnvoll nutzen statt nur auf Wattzahlen zu schauen
Ein Balkonkraftwerk entfaltet seinen Nutzen nicht durch möglichst hohe Zahlen auf dem Datenblatt, sondern durch das Zusammenspiel aus erlaubter Leistung, Lichtverhältnissen und eigenem Verbrauch. Wer versteht, wie Einspeiseleistung, Tagesertrag und Jahresleistung zusammenwirken, kann die Erwartungen realistisch einordnen und die Anlage so nutzen, dass sie im Alltag tatsächlich Strom spart.
Gerade bei Anlagen mit 800 Watt Einspeiseleistung zeigt sich, dass eine etwas höhere Modulleistung sinnvoll sein kann, weil sie auch bei diffusem Licht zuverlässig Energie erzeugt. Entscheidend bleibt aber, dass der erzeugte Solarstrom möglichst direkt im Haushalt verbraucht wird. Dort entsteht der größte Effekt, weil weniger Strom aus dem Netz bezogen werden muss und die eigene Energieversorgung spürbar unterstützt wird.
Wir unterstützen Sie bei Ihrem Projekt
Wenn Sie bei Planung, Installation oder der Einordnung der erlaubten Leistung Unterstützung brauchen, können wir als Elektriker in Kissing schnell weiterhelfen. Für technische Grundlagen, sinnvolle Auslegung und sichere Abläufe lohnt sich außerdem der Blick in die Leistungen rund um die Elektrotechnik. Und wenn neben dem Balkon auch eine größere Solaranlage interessant wird, lässt sich das Thema mit uns als Elektriker für Photovoltaik fachlich sauber weiterdenken. Lassen Sie sich von uns beraten!